Alternativ-Text
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Sallmann - 20 Jahre Schwimmteich- und Naturpoolbau
Sallmann - 20 Jahre Schwimmteich- und Naturpoolbau

Was machen Frosch, Molch & Co in Herbst und Winter?

Immer wieder beschäftigt Schwimmteichbesitzer die Frage, wie ihre amphibischen „Mitbewohner“ durch den Winter kommen. Amphibien durchlaufen eine Winterstarre, die mit dem Einsetzen des Frostes beginnt. Ist diese kritische Temperatur erreicht, zeigt sich der Molch oder Frosch unbeweglich, seine Körperfunktionen werden auf ein Minimum herabgesetzt. Damit ihre Körpertemperatur nicht unter 0° C sinkt, müssen Frosch und Molch Schutz im Laub und Sediment finden. Ist das nicht der Fall, gefrieren ihre Körpersäfte bei –1° C, was den sicheren Frosttod zur Folge hat.

Der kleine Wasserfrosch, einzelne Exemplare des Teichfroschs und des Grasfroschs bevorzugen den Gewässergrund als Winterquartier. Der heimische Grasfrosch (Rana temporaria)fällt ab Winterbeginn in die Winterstarre. Da er ein wechselwarmes, ohne eigene Körperwärme ausgestattetes Tier ist, ist er dem
Frost, sofern er keinen Schutz findet, wehrlos ausgeliefert. Darum sucht er ab Mitte Oktober seinen Laichplatz auf, um hier zwischen Wurzeln und im Schlamm zu überwintern.

 

Da das Wasser am Teichgrund infolge der 4° C den höchsten Dichtegrad aufweist und deshalb nicht zufriert, bleibt der Frosch vom Frosttod verschont. Aufgrund der drastisch reduzierten Stoffwechselfunktionen und der niedrigeren Herzfrequenz, kommt er mit einer äußerst geringen Sauerstoffzufuhr aus. Solange der Sauerstoffgehalt im Wasser ausreichend hoch ist, vermag er über die Haut und Schleimhäute zu atmen und ist nicht auf den in der Luft enthaltenen Sauerstoff angewiesen, den er bei zugefrorener Wasseroberfläche ohnehin nicht zu erreichen vermag. In kleinen Tümpeln und Gartenteichen kommt es bei zugefrorener Wasseroberfläche gelegentlich mangels unter Wasser wachsender (submersen), Sauerstoff produzierender Pflanzen zum Erstickungstod des Grasfrosches.

 

Der Gras- und Wasserfrosch fällt erst dann in die Winterstarre, wenn die Temperatur am Teichgrund unter 4° C fällt, wie neue Untersuchungen ergeben haben. Bei Temperaturen oberhalb der Vier-Grad-Marke zeigt er sich durchaus aktiv und versucht an der Teichoberfläche, sofern diese nicht zugefroren ist, Luft zu atmen. Im Wasser überwinternde Frösche verbringen somit nicht den gesamten Winter in der Winterstarre. Der männliche Grasfrosch bildet während der Winterstarre pigmentierte Haftschwielen, die sich dann im Laufe des Winters von Weiß auf Schwarz verfärben. Dieser Haftmechanismus erlaubt es den Männchen, sich am Weibchen festzuhalten. Das Weibchen ihrerseits bildet viele kleine spitze Warzchen aus, die dem Männchen das Anklammern erleichtern sollen.

 

Die Winterstarre hält in gemäßigten Breiten bis Mitte März an. Die Frösche beginnen sich dann langsam zu bewegen und nach einem Partner zu suchen. Durch die erhöhteKörperaktivität müssen die Tiere wieder an die Wasseroberfläche schwimmen, um „richtigen“ Sauerstoff zu atmen. Die Hautatmung reicht nicht mehr aus.

Anders als der Grasfrosch verbringt der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) seine Winterstarre an frostfreien, terrestrischen Überwinterungsplätzen. Orte wie Erdhöhlen, große Laubhaufen, Boden lücken systeme, der Wurzelbereich von Laubbäumen sowie Steinund Bodenspalten eignen sich dazu bestens. Ähnlich wie der Laubfrosch überwintert auch der Teichmolch (Triturus vulgaris) im Regelfall an Land. Da sich Teichmolche sehr standorttreu zeigen, sind ihre Winterquartiere meist nicht weiter als 50 Meter, höchstens aber 400 Meter vom Laichplatz entfernt. Äußerst selten überwintern Molche auch in der Schlammschicht der Teiche. Die Erdkröte überwintert gleich dem Molch und Laubfrosch an Land, mit dem Unterschied, dass sie sich meist im Waldboden eingräbt.

Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca), eine Kleinlibellenart, ist, um über den Winter zu kommen, mit einem braun-grau gescheckten, wie ein abgestorbenes Pflanzenteilanmutenden Körper gut getarnt. Sie überlebt Temperaturen von bis zu –18° C. Sie überdauert den Winter, im Gegensatz zu fast allen anderen 85 mitteleuropäischen Libellenarten (z. B. Gemeine Heidelibelle, Gemeine Federlibelle), als geschlechtsreifes ausgewachsenes Tier und nicht als Larve oder Ei. Die Larven und Eier der meisten anderen Libellenarten bleiben während der Winterstarre, gleich dem Grasfrosch, im Wasser. Erst im Frühjahr, wenn die Sonne das Gewässer ausreichend erwärmt hat, schlüpfen sie aus.

 

Auch die diversen Wasserschnecken (z. B. Posthorn- und Spitzschlammschnecke)
verbringen wie der Grasfrosch die Zeit der Winterstarre im Schlamm.

Die meisten Frösche, Kröten und Molche bevorzugen den terrestrischen Bereich als Winterquartier und suchen folglich frost - sichere Verstecke auf. Helfen Sie Ihren „Mitbewohnern“ dabei, und räumen Sie im Herbst nicht alles Laub weg. Vermeiden Sie auch nach dem Winter zu früh mit dem Frühjahrsputz zu beginnen. Die Tiere werden es Ihnen danken.

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